Korbach. Verrückter 19. Spieltag in der Fußball-Kreisoberliga Waldeck: Am Samstag patzte die SG Höringhausen/Meineringhausen mit 0:1 gegen den abstiegsgefährdeten SC Willingen II und ist trotzdem Tabellenführer – weil auch alle anderen führenden Teams leer ausgingen. Der VfR Volkmarsen quittierte mit 0:2 gegen die SG Goddelsheim/Münden ebenso wie „Hö/Mei“ die erste Heimniederlage.

Höringhausen/Meineringhausen – Willingen II 0:1 (0:1). Tore: 0:1 Stefan Wagener (14./FE). Die Gastgeber hatten wie erwartet mehr vom Spiel. Doch bei rund 70 Prozent Ballbesitz waren sie vor dem gegnerischen Gehäuse zu ungefährlich. Das Tor des Tages fiel schon nach 14 Minuten, nach einem Foul von Jan Drebes versenkte Kapitän Stefan Wagener den berechtigten Strafstoß zum 0:1. Fortan verteidigte die Elf von Trainer Andreas Beyer, der fünf Flüchtlinge einsetzte, geschickt und erlaubte der SG kaum Chancen. Gefährlich wurde es so nur beim 30-m-Schuss von Henrik Wiegand (74.) und beim Kopfball von Janek Vallbracht kurz vor dem Ende aus vier Metern.

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Korbach. In der Kreisoberliga Waldeck rückt die Spitze weiter zusammen. Der VfR Volkmarsen spielte erneut remis, die siegreiche Konkurrenz rückte auf. Dazu zählt auch Eintracht Edertal, die das Verfolgerduell gegen Rhoden knapp gewann. Im Tabellenkeller holten die SG Vöhl und Willingen II „Big Points“.

Freienhagen/Sachsenhausen – Willingen II 1:3 (1:2). Die Gäste reicherten ihr Team aus der spielfreien Verbandsligaelf an und setzten die Hausherren gleich mächtig unter Druck. Nach drei frühen Chancen, unter anderem einem Lattentreffer, fiel das 0:1 durch Christoph Keindls schöne Einzelleistung (17.).

Danach wurde die Partie ausgeglichener, und Simon Schwechel markierte das 1:1 (43.). Doch quasi im Gegenzug drehte Florian Heine den Spieß wieder um. Unglücklich ging es für die SV nur zwei Minuten nach dem Wechsel weiter: Heine wurde von Torwart Vollbracht gefoult. Der sah dafür „Rot“, den Strafstoß verwandelte Keindl zum 1:3. Feldspieler Steffen Wiesenberg hütete fortan das SV-Tor und machte seine Sache gut. Dass seine Vorderleute nicht mehr herankamen, lag an seinem Gegenüber Patric Figgen. Der Keeper der Upländer hielt zweimal prächtig gegen die SVler, die trotz Unterzahl mehr vom Spiel hatten.

Willingen II – Volkmarsen 1:1 (1:0).

In einem guten und über weite Strecken ausgeglichenen Spiel gab es nicht nur für beide einen Punkt, sondern auch für beide Grund, mit Schiedsrichter-Entscheidungen zu hadern. Nach chancenarmer Anfangsphase lief Fabian Grebe allein auf das VfR-Tor zu, wurde gefoult; es gab aus Sicht der Upländer aber „nur“ Gelb. Dennoch bestrafte Willingen das Vergehen: Den Freistoß versenkte Christoph Keindl zur 1:0-Führung (15.).

Bis zur Halbzeit hatte der VfR die bessere Spielanlage, der SCW die besseren Torchancen. Nach einer Stunde führte ein umstrittener Freistoß zum 1:1 durch André Kuhaupt, der aus 25 Metern traf. Kurios die 70. Minute: nach einer Ecke stiegen VfR-Torhüter Klein und SC-Spieler Sven Penzenstadtler hoch zum Ball, dabei legte sich der Keeper den Ball ins eigene Netz und der Schiri zeigt auf den Punkt. Reklamieren seitens der Nordwaldecker, der Unparteiische nahm seine Entscheidung zurück, Freistoß für Volkmarsen. Es blieb bei der gerechten Punkteteilung.

Willingen. Der SC Willingen II steckt in der Vorbereitung auf die Restrunde in der Fußball-Kreisoberliga. Mit dabei sind auch sieben Flüchtlinge aus Syrien, Iran, Palästina, Somalia und Eritrea, die im Upland untergebracht sind. Trainer Andreas Beyer ist froh über die Neuzugänge, „die uns auch qualitativ weiterbringen“. Berührungsängste gab es nicht, „alle machen charakterlich einen guten Eindruck und sind von der Mannschaft offen aufgenommen worden“. Die Verbandsliga-Reserve rangiert auf dem vorletzten Platz. Ein Grund war das große Verletzungspech im gesamten Kader. Das Bild zeigt – hinten v.l.: Barzan Fakhri Thaner, Ameer Al-Waeli, Meron Habtay, Cali Awil, Trainer Andreas Beyer; vorn v.l. : Dildar Said Piso, Mohammad Al Ahmed und Aram Toma Shaba. (ni) Foto: pr
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